Jung geblieben

Im Juni feierte ich meinen 20. Geburtstag. Falls man das überhaupt als feiern bezeichnen kann, denn tief in meinem Inneren spürte ich den Zahn der Zeit nagen. Vorbei waren die Tage, als man morgens unbeschwert zur Schule ging, sich anschließend einen schönen Nachmittag machte und am Wochenende mit seinen Freunden das Nachtleben genoss.

Ja, ich fühlte mich gezwungen alt zu sein, gezwungen das unbeschwerte in den Tag hineinleben hinter mir zu lassen und als nächstes Ziel den Status eines »Young Urban Professional« (oder kurz und lieb: Yupi) anzusteuern. Ich war wahrlich deprimiert.

Aber vor Kurzem bekam ich einen Zettel in die Hand gedrückt, der mein Gemüt wieder hell erstrahlen ließ: »Nachprüfungsvorbereitung«
NachprüfungsvorbereitungSehe ich tatsächlich noch so jung und frisch aus? Ich wirke also noch so, dass ich in die Schule gehe und eine Wiederholungsprüfung machen muss! Wie erfreulich. Was hält mich bloß so jung? Das übermäßige Junk-Food, zuviel Fernsehen, das sportliche Surfen im Internet oder meine hellen Nikes? Vielleicht sind es auch die manchmal auftretenden Hautirritationen -oder kurz: Pickel-, die immer genau dann auftreten, wenn man sie am wenigsten braucht oder zuviel von etwas gegessen hat was zwar gut schmeckt, aber nicht gut ist.

Wahrscheinlich ist es eine Mischung von allem, oder aber der Typ wollte nur seine Zettel loswerden. Wie auch immer, es bleibt die Erkenntnis: man ist eben so jung wie man sich fühlt!


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